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Watchlist-Tipp$ von Jens

One fd-read a day keeps poverty away: Es ist nicht immer leicht, sich aufzuraffen. Erst recht wenn’s ums Geld geht! Kat€ hat nachgefragt: Welche Aktie liegt dir aktuell besonders am Herzen und warum? Im Leser-Talk verrät Privatanleger und fd-Leser Jens, welcher Wert auf deiner Watchlist garantiert keine Langeweile aufkommen lässt.

Sparbuch meets Rendite

Was Vonovia für Nicht-Miet-Wohnungseigentümer ist, das ist Encavis für Solarverweigerer. 

Mein Anliegen? Ich möchte neben all den Kursraketen hier einen Wert nennen, der etwas Stabilität in dein Rendite geplagtes Depot spült. Ja, klar. Mit Kryptowährungen und E-Mobility Start-ups kann man sein Geld in drei Wochen verachtfachen. Gekauft. Aber hin und wieder ist es nicht ungesund, eine Aktie zu besitzen, deren Geschäftsmodell derart langweilig ist, das man das Wort Krise im Vorstand erst googeln muss. Und wenn diese Aktie dann auch noch mit Zukunftstechnologie und grünem Gewissen einher geht, dann kann da doch eigentlich nichts mehr schief gehen, oder ?

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Et voila: Encavis AG

Encavis steht für ENergie CApital VISion. Damit ist eigentlich alles gesagt. Geld trifft Strom. Allerdings wird hier nicht in Öl oder Braunkohle investiert. VISion bedeutet vor allem, die Energieformen der Zukunft zu integrieren. Als da wären: Sonne und Wind. Encavis projektiert, baut und verwaltet Solar- und Windparks. Ein tolles Investment für alle diejenigen, die in einer Stadtwohnung mit kleinem Balkon leben und am liebsten auch eine Solaranlage auf dem Dach hätten, aber kein eigenes Dach haben. Eine Aktie statt einer Mitgliedschaft bei Greenpeace also.

Aber lohnt sich das denn ?

Auf einen jahrelangen Trackrecord kann man bei Encavis nicht verweisen. Das Unternehmen hat zum Zeitpunkt gerade mal 10 Monate auf dem Buckel, ist also knapp der Probezeit entrückt. Allerdings kommen die beiden Vorgänger Firmen Capital Stage und Chorus Clean Energy bereits auf etwa 20 Lebensjahre und haben in dieser Zeit bewiesen, das sie mit diesem Geschäftsmodell durchaus Geld verdienen können. Investiert wird in Solarparks in ganz Europa, im Ein- bis Zweistelligen MW Bereich. Außerdem in Onshore Windparks in selber Größe. Insgesamt betreibt man bei Encavis knapp 1,6 Gigawatt Wind- und Solaranlagen, was in etwa der Leistung eines Atomkraftwerkes entspricht. Allerdings – und hier wird es besonders interessant – wird dieser Strom zu festen Tarifen und zu jederzeit abgenommen. Das garantieren langfristige Verträge mit den Stromnetzbetreibern. Böse gesagt, von den 7 Cent/kWh EEG Umlage kann man sich mit dieser Aktie seinen Anteil zurück holen.

Die Fast Facts

Stand 10/2018: Alle Angaben ohne Gewähr

WKN: 609500

5-Jahres-Performance: 48%

Dividende: 4,07%

Die Kennzahlen können sich durchaus sehen lassen. Das KGV (Kurs Gewinn Verhältnis) liegt derzeit bei gerade einmal 17. Fürs Jahr 2019 wird zum aktuellen Kurs eine 15 erwartet. Das ist zwar ein kleines „Premium“ zu RWE und E.On. Soviel sollte einem das grüne Gewissen aber Wert sein. Dividende gibt es auch und mit knapp 4% sogar ziemlich ausreichend. Die Verschuldung von 27% ist für Firmen in dieser Größe geradezu konservativ. Und zu allem Überfluss entfallen bei Encavis die Risiken und Vorsorgeaufwände der Atomaltlasten und Kohleausstiegs-Szenarien.

Risikoooo!

Risiken? – Ja klar, die gibt es. Ein schattiger und windstiller Sommer und schon brechen dunkle Zeiten für Encavis an. Da man hier aber in Wind und Sonne investiert, sehe ich das Risiko als sehr überschaubar an. Dann wären da noch politische Risiken. Die AfD hat einige Male erklärt, im Falle Ihres Wahlsieges die erneuerbaren Energien in Grund und Boden treten zu wollen. Wer also auf einen Wahlsieg dieser Partei spekuliert, der ist mit den konventionellen Kraftwerksbetreibern besser aufgehoben.

Wie reagiert der Investor(in) nun am Besten ?

Natürlich skeptisch und Vorsichtig. Einen Testballon steigen lassen und mal schauen wie sich das ganze entwickelt. Kurssprünge von sechs auf 12 Euro in den nächsten Wochen sind nicht zu erwarten. Wohl aber ein moderater Anstieg in den nächsten Jahren und eine solide Dividenden Entwicklung. Wer einen grünen Nebenwert wünscht, kann hier mal zwei bis drei Prozent seines Portfolios investieren. Noch vorsichtigere Sparfüchse können über einen Sparplan einsteigen. Bei manchen Banken kann man bei Encavis bereits ab 25 Euro je Charge investieren.

Jens’ Fazit

Das Thema Solar und Wind hat ein wenig an „Hype“ eingebüßt. Die Heuschrecken sind weiter gezogen. Nun ist die Zeit reif, das Thema mit Vernunft und Augenmaß anzugehen. Encavis scheint mir hier ganz gut gerüstet zu sein. Und noch ein letzter Gedanke sei mir erlaubt: Ich selber wohne unter meinem eigenen Dach. Da sind allerdings keine Solarzellen drauf. Die Feuerwehr weigert sich zu löschen, wenn man solche Zellen am Dach hat. Und der Verwaltungsaufwand mit der Stromeinspeisung ist enorm. Encavis bietet mir die unbürokratische Möglichkeit, doch noch eine Solaranlage zu betreiben. Was Vonovia für Nicht-Miet-Wohnungseigentümer ist, das ist Encavis für Solarverweigerer.

An dieser Stelle bedankt sich finanzdiva.de für den legendären Beitrag!

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