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€rotik-Talk mit…

€rotik-Talk mit…

Buch-Autorin Anna Butterbrod

“Autoren wollen Emotionen wecken. Das ist unsere Magie.”

Erwischt! Anna Butterbrods neues Buch „Das ist Freiheit für mich“ (Heyne) eroberte in Rekordzeit die Amazon-Charts. Worum’s geht? Der Leser taucht ein in eine Welt voller aufregender, erotischer Abenteuer. Die Erzählungen über prickelnde Begegnungen der besonderen Art machen neugierig und wecken die Leselust. Kurz: Das Buch ist aufregend, sympathisch und wahnsinnig echt. Kat€ sprach mit Anna über ihre Leidenschaft zu schreiben, gewagten Lesestoff und wie man es schafft, mit diesem Traumjob auch finanziell durchzustarten.


© Foto: Anna Butterbrod

fd: Anna, Dein Buch läuft sehr gut: Worum geht‘s im 2. Teil?

Anna Butterbrod (AB): Du bist nicht die Erste, die diese Frage stellt… Es haben sich auch schon ein paar Männer gemeldet, die gerne in einem zweiten Band von ihren Abenteuern erzählen würden. Die Gespräche mit den zwölf Frauen zwischen 27 und 72 haben mir auf jeden Fall großen Spaß gemacht und ich habe viel gelernt. Von meiner Seite aus: gerne mehr!

fd: Was gab es nach „50 Shades of Grey“ noch zu sagen?

AB: Einiges! Aus erotischer Sicht gibt es noch so viel mehr zu erzählen. In meinem Buch beschreibt Elisa ihre BDSM-Erfahrungen in einem umgebauten Keller – das geht schon in die „50 Shades“-Richtung. Aber außerdem gibt es Conny, die sich zum sexy Dinner in kleiner Runde trifft, bei dem die Teilnehmer sich gegenseitig vernaschen. Paula erklärt, wie Tantrasex funktioniert und Victoria erzählt, wie ihr erstes Mal mit einer Frau verlief. Diane hatte ein verrücktes „Date im Dunkeln“ und Astrid steht auf Sex im Freien. Wie man sieht: Die Palette ist unendlich breit…

Ein Blick ins Buch!

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fd: Wie groß ist der Anteil von Frauen unter Deiner Leserschaft?

AB: Wer genau zu dem Buch greift, kann man natürlich nicht aufdröseln. Aber von den Rezensionen, die bisher online verfasst wurden, sind es zwei Drittel Frauen und ein Drittel Männer. Ich glaube, bei der Lektüre von „Das ist Freiheit für mich“ können beide was lernen: Frauen erfahren, mit welchen Mitteln und Praktiken die Protagonistinnen ihre Sexpartner verrückt machen. Und Männer erhalten einen Einblick in die Köpfe von Frauen: Sie lesen aus weiblicher Sicht, was ankommt – und was nicht. Paare können sich über die einzelnen Kapitel austauschen und so herausfinden, was sie vielleicht mal gerne ausprobieren würden.

fd: Die schlimmsten 45 Minuten meiner Schulzeit hatte ich im Sexualkunde-Unterricht. Warum sollte ich das jetzt nachholen wollen?

AB: Na, weil‘s hier eben nicht um die graue Theorie geht, sondern um das Zwischenmenschliche geht und Fragen wie: Kann man Liebe und Sex wirklich voneinander trennen? Kann ich mit einem völlig Fremden einen Mega-Orgasmus erleben? Was passiert, wenn ich ganz Neues ausprobiere? Und muss ich mich für meine sexuellen Vorlieben schämen? Conny aus meinem Buch hat dazu sehr schön gesagt: „Früher kam ich mir dafür fast schon unnormal vor, so, als wäre ich weit und breit die Einzige, die sich im Bett bestimmte Dinge wünscht. Doch inzwischen weiß ich, dass da draußen ziemlich viele Gleichgesinnte rumrennen. Und dass man mit ihnen eine Menge Spaß haben kann.“

fd: Wann sollte ich über die Erfahrungen anderer Menschen lesen und mich nicht gleich selbst bei Secret, Tinder und Co. anmelden?

AB: Über etwas zu lesen und etwas selber zu machen sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Nach den Gesprächen habe ich mich gefragt, ob ich im Bett nicht auch mal experimentierfreudiger sein sollte. Aber letztendlich habe ich für mich den Entschluss gefasst, dass wir eben alle grundverschieden sind, auch im Schlafzimmer. Ich muss nicht alles mitmachen – aber es ist clever, sich im Leben möglichst viel anzuhören und anzusehen. Denn das erweitert den Horizont und sorgt dafür, dass man mehr Toleranz gegenüber anderen Lebensentwürfen entwickelt. Wer Lust auf die Praxis hat: Das eine schließt das andere ja nicht aus.

fd: Warum verkaufen sich Alltagsratgeber so gut? Kommen wir wirklich mit den einfachsten Dingen wie Sexualität, Haushalt und Ordnung im Kleiderschrank nicht mehr zurecht?

AB: Mein Buch ist kein klassischer Ratgeber. Das Buch steckt dafür voller Ideen und Inspirationen! Wer möchte, kann sich daraus auch konkrete Anregungen für sein eigenes Liebesleben mitnehmen. Aber vor allem zeigen diese Frauen, dass es eben keine allgemeingültigen Regeln gibt, sondern jeder ganz individuelle Bedürfnisse hat. Und dass das auch absolut okay ist, solange alle Beteiligten damit happy sind.

fd: Erotikromane, Thriller oder Ratgeber: Mit welchem Genre wird man als Autor am einfachsten reich?

AB: Wenn man das so genau wüsste, würden ganz viele Bücher wahrscheinlich gar nicht erst geschrieben werden … Selbst Branchen-Insider können nicht verlässlich voraussagen, ob ein Buch zum Bestseller wird oder nicht. Aber ich bin davon überzeugt: Wenn du für etwas brennst, springt diese Begeisterung auch auf die Leser über. Autoren wollen Emotionen erwecken – das ist unsere Magie. Wenn man das schafft, hat man schonmal gute Chancen.

fd: Und zu guter Letzt: Dein ultimativer Tipp für alle, die sich wünschen, einen Bestseller zu landen?

AB: Das ist wie beim Sex, da muss wohl jeder seinen eigenen Ansatz und Rhythmus finden. Das ultimative Rezept gibt es leider nicht. Ich habe zum Beispiel schon ein paar Interviews mit Nicholas Sparks, dem König der Liebesromane, geführt. Er geht generalstabsmäßig an das Ganze heran und weniger aus dem Bauch heraus: Hat er gerade ein Buch mit einer älteren Protagonistin geschrieben, muss das nächste Mal eben eine jüngere her. Sparks setzt sich jeden Tag zu festen Zeiten an den Schreibtisch. Er braucht diese Struktur, um seine Geschichten voranzutreiben. Ein Autor, der erfolgreich sein will, muss seinen Motivator und seine Inspirationsquelle finden.

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Finanzdiva.de bedankt sich für das Interview.

Zeit für Käffchen!

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