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Aktien-Check: Das sagt Kat€ über…

L Brands!

“There is good in everything; it’s just how you choose to look at it.” – Gisele Bündchen

Alessandra Ambrosio, Adriana Lima, Miranda Kerr, Cara Delevingne. Die Liste der heißesten Catwalk-Ikonen bei Victoria’s Secret ist lang und deshalb die perfekte Gelegenheit mal einen Blick auf Limited Brands, kurz: L Brands zu werfen. Denn sie gibt attraktiven Marken wie La Senza, Victoria’s Secret oder Pink ein Zuhause. Man könnte meinen, die Firma ist ein echter Hingucker. Aber gilt das auch für die Aktie?

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$upersexy oder Looser?

Steilvorlage! Die Finanzwelt ist keine Männerdomäne mehr, seitdem erfolgreiche Celebritys wie Oprah Winfrey oder Jessica Alba Firmen ihr Gesicht verleihen. Weight Watchers und The Honest Company sind zwei Hotties im Börsendschungel, die eine Symbiose mit dem Image ihrer Weltklasse-Stars eingegangen sind. Letztere Firma wird schon lange sehnlichst erwartet – nicht nur von Börsenfans sondern auch von Global Playern wie Unilever & Co., die gerne einen Teil des “ehrlichen” Imperiums abhaben möchten.

Steil hinab

Zurück zu L Brands und der Frage: Was is’n da los?! Und woher nimmt die Aktie den Mut, sich so dermaßen in die Tiefe zu stürzen? Besser gesagt: Wer ist schuld an dem Dilemma? Nehmen wir zunächst einen Blick auf die Kennzahlen.

L Brands: Die Fast Facts

Stand 08/2018: Alle Angaben sind ohne Gewähr.

WKN: US5017971046

3-Jahres-Performance: Minus 62 Prozent (Zack, und weg war die Kohle)

Dividende: 6,54 Prozent (oooh, jaaa!)

Die Spezialität der Aktie liegt eindeutig im Bereich der Dividende. Über sechs Prozent ist ein Argument. Und ja, Dividenden schmälern die Möglichkeiten einer Firma, die erwirtschafteten Erträge sinnvoll zu reinvestieren. Die Frage ist: Will L Brands überhaupt eine Änderung um den scheinbar unaufhaltsamen Wertverfall zu stoppen? Denn: In mehr als 1.200 Läden stapeln sich die BHs fast bis zur Decke. Die Umsätze fallen. Die Preise sind auf Ramschniveau angekommen – genau wie die Aktie. Und anstelle das Store-Vertriebsnetz neu zu überdenken, hält der 80-jährige CEO Les Wexner weiter an seinem traditionellen Konzept fest.

Aktie im freien Fall?!

Nächstes Problem: Unter den wenigen Segmenten mit Labels wie PINK, Henri Bendel, Bath & Body Works oder La Senza befindet sich kein Top-Seller. Victoria’s Secret wird zum absoluten Hoffnungsträger, von dem die Zukunft des Fashion-Herstellers abhängen könnte. Leider. Denn: Die Victoria’s Secret Stars und Supermodels gehen ganz schön ins Geld – genau wie die vielen Läden. In Zeiten, wo Klamotten und Wäsche bei  Zalando, Amazon oder Amorelie gekauft werden, ist das eine sehr teure Entscheidung für das Festhalten an herkömmlichen Shops. Das Ergebnis: Der Marktwert der Wäschefirma sank um ein Vielfaches mit dem Aktienkurs und wird aus Sicht von finanzdiva.de auch weiter in die Tiefe stürzen – es sei denn, es geschieht ein Wunder. Ein neuer Boss könnte Wunder bewirken. Designchef Riccardo Tisci ist das beste Beispiel und die Burberry-Aktie die perfekte Steilvorlage. Sie verlief mit einem Jahres-Kursplus von 20 Prozent spiegelbildlich zu L Brands:  Deren Performance ist besorgniserregend. In diesem Jahr fiel der Börsenwert erneut – 20 Prozent. Zack. Weiter geht’s runter. Machen wir an dieser Stelle ein bisschen Werbung um hoffentlich den Aktienkurs des $orgenkinds zum Leben zu erwecken.

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Sex sells? Not anymore!

Zugegeben: Reizwäsche-Models à la Hugh Hefner’s Playboy Style sind schön anzuschauen aber die Zeiten haben sich geändert. Und Victoria’s Secret lebt noch im vergangenen Jahrhundert. String-Tangas und Engelsflügelchen finden viele Frauen einfach affig und übertrieben. Vielleicht als Hochzeits-Unter-Outfit zieht frau das noch an. Aber reicht das? NEIN. Kurz: Sex does not sell anymore. Auch Beate Uhse wollte das nicht wahr haben. Genauer gesagt: Old School oversexed Image ist out. Aktionäre, die bei Beate Uhse eingestiegen sind, haben sprichwörtlich ins fallende Messer gegriffen. Sie sehen ihr Geld wahrscheinlich nie wieder. Bei L Brands könnte das Gleiche mit hoher Wahrscheinlichkeit passieren, hört man aufs Bauchgefühl und die alte oben erwähnte Börsenweisheit.

Kat€’s Fazit: Finger weg!

Fakt ist: Die Konkurrenz ist groß, gut und positioniert sich genauso günstig. Top-Labels wie Agent Provocateur stehlen überdies dem Label dringend benötigte Marktanteile. Die geringen Margen setzen der Firma zu. Fette Gewinne wären schön. Die vielen Läden gehen ins Geld und die Kunden bleiben aus. Die Zukunftsprognose liegt auf der Hand. Stichwort: #Metoo oder “Body Positivity”. Die Gesellschaft ist im Wandel. Frauen wehren sich endlich und kämpfen für ein “normales” und starkes Auftreten. Marken wie Nike, Dove oder Weight Watchers haben das früh erkannt und darauf clever mit Plus-Size-Models und “normal” aussehenden  Top-Stars wie Oprah Winfrey reagiert. Für Victoria’s Secret ist dieser Move hingegen undenkbar.

Shit happens!

Das Finanzdiva-Fazit: Wer mitspielen will, darf natürlich den Versuch wagen, bei L Brands als Aktionär einzusteigen. Kurzfristig könnte da was zu holen sein. Die erste Augustwoche legte die Aktie immerhin um sechs Prozent zu. Boden erreicht? Vielleicht.Man weiß es nicht und sollte auf der Hut bleiben. Die Aktie ist aktuell das gefundene Fressen für Spekulanten. Es bleibt spannend. Aber Vorsicht: On the long run we are all dead! Vor allem droht das der Firma, wenn sie weiterhin an alten Traditionen festhält, kein neues Produkt- und Store-Konzept umsetzt und wenn coole Ladies ausbleiben, die mit ihrem Gesicht (oder Body) der Firma einen dringend notwendigen Image-Aufwind in Richtung Normalität verleihen könnten.

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