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 Dr. Markus Elsässer über…

Seine Geschichte

Man darf nach einem Gewinn nicht denken, man sei der nächste Warren Buffett.

Der sympathische Fondsmanager Markus Elsässer über Geld, Vorbilder und Leidenschaft. Er wusste bereits als Zehnjähriger, dass er eines Tages vermögend sein wird. Seine Vision hatte er klar vor Augen. Sie machte ihn zum „Geldmenschen“. Wo alles begann? In der städtischen Bibliothek. Er nannte sie damals sein zweites Zuhause. Dort fand er das, wonach er suchte: Finanzbücher von Börsenlegenden wie André Kostolany. Sie sollten ihn schon bald an sein Ziel bringen.

Markus Elsässer und Mario von Mission Money für finanzdiva.de

©fd. Foto v.l. Mario Lochner&Markus Elsässer

Und heute? Sein Traum wurde lebendig. Seit über 16 Jahren betreut er die von ihm ins Leben gerufenen ME-Fonds. Kat€ traf den CEO zum Abendessen in München und sprach mit ihm über die entscheidenden Momente, die ihn zu dem gemacht haben, der er heute ist: einer der erfolgreichsten deutschen Investoren seiner Generation. 

FD: Herr Elsässer, erzählen Sie mal: Wie sind Sie zum Börsenliebhaber geworden?

ME: Das hat sich bei mir ganz früh ergeben,  wurde mir sozusagen in die Wiege gelegt. Ich habe schon mit 10 Jahren angefangen, mein Kontobuch zu führen von meinem Taschengeld. Das war so ein Splien von mir, dass ich sogar jeden Tag den gleichen Bestand neu geschrieben habe, weil mir die Zahlen so gefallen haben. Ich war sehr früh in Geld verliebt.

FD: Warum?

ME: Warum das so ist, weiß ich nicht. Meine Eltern waren zwar nicht arm, aber sie waren auch keine „Geldmenschen“.

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FD: Und wie kam es nun zum ersten Trade?

ME: Irgendwie hatte ich „Geld“ im Blut. Mit 12 Jahren habe ich dann angefangen Kostolany-Bücher zu lesen. Die Bücher mit den Geschichten von der Ungarischen Börse in Budapest und von Paris haben mich so fasziniert, dass ich zwischen 12 und 14 nur Börsenbücher las. In der Zwischenzeit habe ich nur gespart um mir mit 15 meine ersten Aktien kaufen zu können.

FD:  Welche war Ihre erste Aktie?

ME:  Ich war genau 15 Jahre alt. Damals habe ich für 114 DM die Gute Hoffnungs Hütte Aktie (GHH) im Ruhrgebiet gekauft – die fusionierte später zur MAN Gruppe (Maschinenbaugruppe).

FD: War Ihr erstes Mal an der Börse ein Erfolg?

ME: In den ersten vier Monaten habe ich 20 Prozent verdient.

FD: Nicht schlecht! Und mit welcher Aktie ging es dann weiter?

ME: Als ich dann 16 wurde, habe ich Keramag gekauft, die Toilettenschüssel- und Waschbecken-Firma. Und damit habe ich innerhalb von vier Monaten 30 Prozent verdient. Und dann war’s um mich geschehen.

©fDr Markus Elsässer für finanzdiva.de

©fd. Foto: Markus Elsässer&Timo Baudzus & Mission Money Gäste: Markus K. u.a.

FD: Hatten Sie schon damals eine Strategie verfolgt?

ME: Meine Gewinne habe ich von Anfang an reinvestiert. Andere junge Menschen hätten die geringen Beträge vielleicht belächelt und das Geld einfach ausgegeben.

FD: 20 Prozent von 100 DM sind nicht wirklich eine prickelnde Rendite…

ME: Meine Vision war damals, dass ich irgendwann einmal mehr Geld investieren werde. Bei einem Einsatz von 100.000 DM sieht das Ergebnis schon ganz anders aus. Ich habe einfach nicht absolut sondern prozentual gerechnet. Das war der ganze Trick.

FD:  Reden wir über Vorbilder: Wen bewundern Sie und warum?

ME:  Viele bewundern ja Warren Buffett oder Carl Icahn, also Leute, die sich nur an der Börse bewegen. Ich lese seit Jahr und Tag Biografien von Geschäftsleuten, die mit der Börse rein gar nichts zu tun haben. Denn daraus lernt man am meisten.

FD: Auch im Bezug aufs Börsengeschehen?

ME: Man lernt, was gute Geschäftsleute ausmacht.. Denn: Das ist die Qualität, die ein guter Chef von einer börsennotierten Firma haben muss. Eine Biografie, die mich sehr fasziniert ist die von Charles Forte aus der Hotelbranche. Die Familie fing mit einer Milchbar an und baute den größten Hotelkonzern Englands auf.

FD: Man sagt: Du bist, was Du liest. Vielseitigkeit trifft es in Ihrem Fall ganz gut.

ME: Ich lese querbeet: Mich interessiert, was in Hollywood passiert, über das Leben von Samuel Goldwyn, bis hin zu Geschichten über alte Bankiers: Die Ära der Familie Rothschild, Mendelssohn, Bismarck und sein Bankier Bleichröder…Das Interessante: Diese Bankiers haben ihre Banken damals wie Geschäfte betrieben. Als Leser lernt man, worauf es im Bankgeschäft ankommt und wie es funktioniert, auch weil die Banken heute ganz anders sind.

FD:  Welches war Ihr absolut schlechtestes Investment, über das Sie sich noch heute ärgern?

ME:  Astra Petroleo – ich war fasziniert von allem: der Exotik – Argentinien – die Weiten, und die Vorstellung, dort nach Öl zu suchen. Das alles im Zusammenhang mit einem ominösen Chairman, einem Herrn Grünbaum, der über die Schweiz agierte, stank bis zum Himmel…

FD: Gab es weitere schlechte Börsengeschäfte?

ME: Ich habe viele schlechte Geschäfte gemacht, vor allem als junger Mann. Deswegen ist es wichtig, dass man früh mit dem Investieren beginnt. Und wenn man einen Fehler gemacht hat, sollte man möglichst schnell die Reißleine ziehen, verkaufen und den Verlust einfahren. 

FD: Wie kann ich Fehlern aus dem Weg gehen?

ME: Der erste Verlust ist immer der kleinste. Dieses Verbilligen und der Glaube etwas retten zu können ist das, was viele Spekulanten umbringt. Man darf sich nicht über große Gewinne allzu sehr freuen und nicht zu sehr über große Verluste ärgern. Fazit: Immer weiter machen und nicht aufgeben und das Geld einfach ausgeben. Man darf nach einem Gewinn aber auch nicht denken, man sei der nächste Warren Buffett.

FD:  Die Wirtschaft boomt. Die niedrigen Zinsen befeuern die Aktienkurse. Macht es jetzt aus der Sicht eines jungen Geldanlegers Sinn  mit dem Investieren zu beginnen?

ME: Die Erfahrung mit echtem Geld ist eine besondere. Man muss einfach anfangen und nicht denken, alles sei zu teuer. Selbstverständlich muss man sich erst einmal vorbereiten, Seminare besuchen und sparen. Aber gleichzeitig sollte man beginnen mit einem Phantom-Depot. Wenn man darauf spekuliert, dass demnächst alles billiger wird, das ist Quatsch. Und wer sagt denn, dass es zu teuer ist?

FD: Und zu guter Letzt: Welchen Tipp möchten Sie den Finanzdiven geben?

ME: Seien Sie zielstrebig. Reichern Sie Ihr Leben an und nehmen Sie Geld nicht als Vorwand, Dinge nicht zu tun.

Finanzdiva.de bedankt sich bei Dr. Markus Elsässer für das Interview.

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