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Die 3 Teile einer Uhr #1

Die 3 Teile einer Uhr #1

Die 3 Teile einer Uhr

Wohlstand ist, wenn die Menschen 
mehr Uhren haben als Zeit. 
– Werner Mitsch

Sie wollen Uhren? Bitteschön! Sie bekommen Uhren. Uhren-Investments sind allgegenwärtig. Keine Lifestyle- oder Finanz-Zeitung, keines dieser einschlägigen Magazine kann mehr am Markt bestehen ohne mindestens einmal im Jahr eine Spezialausgabe über Uhren zu bringen. Dabei schreiben die meisten nur voneinander ab. Interessanterweise sind die Uhren entweder mit dem Listenpreis dargestellt oder mit komplett überzogenen Fantasiepreisen betitelt. Und man hat schon Glück, wenn die Uhr überhaupt richtig betitelt ist und nicht aus einer Rolex mal schnell eine Patek Philippe gemacht wird. Es fällt tatsächlich niemandem auf, dass die recherchierende Praktikantin 0,0 Plan von Uhren hat. Und letztendlich will auch die geehrte Leserschaft nur hohe Preis sehen und die Uhr selber ist einfach jedem Beteiligten egal. Das Problem der Sache ist nur, Fantasiepreise kann niemand bezahlen und die Uhren original vom Konzessionär zum billigsten Listenpreis bekommt man eher selten. Das liegt daran, dass die bekannten Marken ihren Vertragshändlern meistens eine große Kiste mit unterschiedlichsten Uhren schicken. Darunter sind alle gesuchten und begehrten Modelle aber meistens auch noch viel mehr Schrott, den der Händler nur mit großem Nachlass verkaufen kann. Übrigens gibt die gesuchten und bekannten Uhren ein Händler natürlich viel lieber an einen Kunden weiter, der ihm auch die „Gurken“ abnimmt, anstatt an Glücksritter die sich die Rosinen rauspicken, in der Hoffnung schon am Folgetag ein paar Euro Gewinn auf ebay einstreichen zu können. Im Gegensatz zu den anderen Artikeln geht es heute mal um absolutes Basiswissen für Uhrenkäufer. Keine Marken, keine Modelle, keine Preise. Nur die drei Basisinhalte einer Uhr: Das Gehäuse, das Werk, das Band. Um es gleich im Vorfeld zu sagen, wer nur wissen will wie spät es ist, dem sei geraten sich ein Handy zu kaufen!

1. Das Gehäuse

Hierbei sollte unbedingt der Durchmesser und das Material bedacht werden. Während noch vor ein paar Jahrzehnten ein Gehäusedurchmesser von 36mm geradezu protzig war findet man aktuell überall Durchmesser von 44mm und sogar über 50mm. Das sieht affig aus, passt unter keine Hemd und keine Bluse und ist lediglich dem Zeitgeist unterworfen. Wenn Sie keine Handgelenke wie ein Bodybuilder haben, sollten Sie mindestens 36mm nehmen aber bei 42mm sollte auch Schluss sein. Bitte auch als Frau nicht weniger als 36mm kaufen. Das mag zwar besser aussehen, aber es gibt keinen Markt für gebrauchten Ex-Frauen-Schmuck und die Preise fallen ins Bodenlose. Wer also einen reellen Wiederverkaufserlös will sollte mindestens 36mm Durchmesser einplanen.
Dann geht es noch um die Gehäuseauswahl. Titan, Plastik, Aluminum, Holz und Papier lasse ich mal außen vor. Die machen sich alle gut in einem Kaugummiautomaten, sind aber als Wertanlage eher unsinnig. Ich könnte es auch auf einen Satz herunterbrachen: „Kaufen Sie Stahl!“, will aber noch ein paar Ideen da zufügen. Stahl ist super. Stahl sieht gut aus. Stahl ist beständig, wirkt bodenständig und Stahl ist noch relativ erschwinglich. Sowohl im Einkauf als auch im Wiederverkauf. Immer daran denken, erst mal muss man auch einen Käufer finden. Also bleiben Sie bitte im erschwinglichen Bereich.

Gold oder nicht Gold?

Klar, Gold ist super und ein wahnsinnig schönes und warmes Metall. Hierbei gilt mit geringer Abstufung: Rotgold ist gesuchter als Weißgold ist gesuchter als Gelbgold. Für mich persönlich ist Gelbgold erstrebenswerter als Weißgold, der Markt spiegelt das aber so nicht wieder. Ich denke immer wenn schon Gold, dann darf man es auch sehen. Die Menschen deren Herz für Weißgold schwärmen, sind entweder wirklich gut im Geschäft und bestehen auf Understatement oder sie haben einen gewissen Minderwertigkeitskomplex in sich. Das hat etwas von einem VW-Golf mit 1000PS. Für manche Menschen mag es erstrebenswert sein mit ihrem „unscheinbaren“ Golf einen Porsche zu überholen. Ich denke mir immer für die Zeit und das Geld, das sie in den Volkswagen gesteckt haben, hätten sie auch einen echten Porsche kaufen und der Ehefrau noch einen Strauß Blumen mitbringen können. Falls dann doch noch Geld übrig wäre, würde eine weißgoldene Uhr auch zu dieser Menschengattung passen.

Gelb- und Rotgold muss man tragen können und wollen. Und es muss einem echt egal sein was der Rest der Welt von einem denkt. Platin muss man sich leisten können, ansonsten hat das auch viel mit dem 1000PS VW-Golf zu tun und der Wiederverkaufswert fällt ins Bodenlose, sofern man überhaupt einen Käufer findet, der seinen Golf nicht erst noch abbezahlen muss. Also kaufen Sie eine Uhr mit Stahlgehäuse!

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