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Money-Talk mit…

Jessica Schwarzer: Einer Finanzdiva auf den Fersen

Mein größter Fehler an der Börse? Ich habe Amazon viel zu früh verkauft…

©Jessica Schwarzer für finanzdiva.de

©Jessica Schwarzer

Kaum jemand kennt die Börsen-Szene so gut wie Jessica Schwarzer. 1974 in Düsseldorf geboren, entwickelte sie schon in ihrer Jugend eine extreme Leidenschaft für Finanzen und das Börsengeschehen. Als Teenie den ersten Fonds, mit Anfang 20 die erste Aktie, gefolgt vom Praktikum beim Handelsblatt-Verlag. Damals ahnte sie noch nicht, dass es sie bald schon in die Chefetage der Verlagsgruppe verschlagen würde.

Kat€ sprach mit Jessica über ihre Motivation, auch an Urlaubstagen Finanzbücher zu schreiben und wie sie es als Frau in der von Männern dominierten Finanzwelt ganz nach oben geschafft hat.

Los geht’s!

FD: Erfolgreiche Menschen haben oftmals merkwürdige Morgenroutinen. Wie startest du deinen Tag?

Jessica Schwarzer (JS): Mit einem großen, schwarzen Kaffee und meinem Handy – erstmal in die Gänge kommen und schauen, was in der Welt so passiert ist.

FD: Welche Finanzgeschäfte haben dich geprägt?

JS: Ich war schon als Kind immer auf der Jagd nach den höchsten Zinsen, später kam dann der erste Aktienfonds dazu und mit dem Telekom-Börsengang Ende der 1990er-Jahreja, es war wirklich die T-Aktie – dann meine erste Einzelaktie. Damit war meine Leidenschaft für die Börse endlich geweckt. Und diese Leidenschaft habe ich dann irgendwann zum Beruf gemacht…

Geplant habe ich meine Karriere nicht. Es ging einfach immer ein Schrittchen höher. 

FD: Und wie kam es dazu, dass du Chef-Korrespondentin beim Handelsblatt wurdest?

JS: Beim Handelsblatt bin ich seit zehn Jahren in verschiedensten Positionen. Erst war ich im Newsroom am Desk, dann Online-Redakteurin, später Ressortleiterin Finanzen bei Handelsblatt Online, dann Chefkorrespondentin Börse, dann Chefkorrespondentin es ging einfach immer ein Schrittchen höher. Geplant habe ich meine Karriere nicht.

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FD: Twitter, Facebook, LinkedIn: Du bist auf vielen Social-Media-Kanälen aktiv. Wie lange bist du täglich Offline?

JS: Viel zu lange, befürchte ich.

Kryptowährungen sind irre spekulativ, die Kurse schwanken wild hin und her.

FD: Sei es off-oder online: Was ist das schönste Kompliment, das du je bekommen hast?

JS: Wenn Menschen meine Bücher und Vorträge loben, dann bin ich irre stolz und glücklich.

FD: Dein bester Tipp für das erste Mal an der Börse? 

JS: Den ultimativen Tipp gibt es nicht. Aber man sollte niemals ohne Strategie loslegen, genau wissen, was man kauft, langfristig anlegen.

FD: Und wie schafft man es, beim Trade Nummer 1 cool zu bleiben?

JS: Bitte nicht Traden – und klaren Regeln folgen.

FD: Aktien, Fonds oder Gold: Ist es deiner Meinung nach besser, erst einmal die nächste Krise abzuwarten um dann mit minimalem Einsatz langfristig einzusteigen?

JS: Gegenfrage: Wann kommt denn die nächste Krise und wann ist sie vorbei? Das können wir nicht wissen, so ist Börse eben. Ich bin fest davon überzeugt, dass Aktien in jedes Depot gehören – je nach Risikoneigung und Anlageziel mal mehr und mal weniger – und das zu jeder Zeit. Wer langfristig anlegt, kann Krisen dann locker aussetzen und vielleicht sogar billig nachkaufen.

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FD: Aktien, Fonds oder Gold: Welche Investments sollte ich mir jetzt ins Depot legen?

JS: Ich würde Fonds oder besser noch börsengehandelte Indexfonds (ETFs) kaufen. Damit streut man das Risiko über viele Einzelaktien. Das ist sicherer.

Den ultimativen Tipp gibt es nicht.

FD: Gibt es auch ungewöhnliche Investments, die du empfehlen kannst? Was hältst du beispielsweise von Kryptowährungen wie Bitcoins & Co.?

JS: Kryptowährungen sind irre spekulativ, die Kurse schwanken wild hin und her. Blockchain ist sicher eine Zukunftstechnologie, aber ob die darauf basierenden Cyber-Währungen eine seriöse Geldanlage sind, wage ich zu bezweifeln. Das ist eine heiße Wette auf die Zukunft, die auch daneben gehen kann.

Wann kommt die nächste Krise und wann ist sie vorbei? Das können wir nicht wissen, so ist Börse eben.

FD: Stichwort Depot-Zutaten: Eine Aktie, deren Kauf sich jetzt noch wirklich lohnt? Oder sollte ich aktuell besser die Finger von Aktien lassen? 

JS: Einzelaktien empfehle ich grundsätzlich nicht. Das Risiko ist zu groß.

FD: Hand aufs Herz: Was war dein größter Trading-Fehler?

JS: Mein größter Fehler an der Börse? Ich habe Amazon viel zu früh verkauft…

FD: Sparen oder Investieren: Das beste Investment für Leute ab 20?

JS: Sparen, im Sinn von Geld auf dem Konto rumliegen lassen, lohnt sich überhaupt nicht mehr. Auf Tagesgeld- oder Girokonto gehört ein Notgroschen – zwei bis drei Nettogehälter – alles andere bitte sinnvoll anlegen. Je nach Risikoneigung und Anlageziel gerne auch mit hoher Aktienquote. Wer 20 ist, hat ja noch viel Zeit. Und langfristig sind Aktien die erfolgreichste Anlageklasse überhaupt. 

Für den Anfang würde ich Fonds- oder ETF-Sparen vorschlagen.

Monat für Monat oder alle zwei, drei Monate werden für eine fixe Summe Fondsanteile gekauft, ganz automatisch. Und flexibel bleibt man dabei auch, weil man den Sparvertrag jederzeit anpassen kann und auch Geld entnehmen kann. Da kommt über die Jahre ein ganz schönes Sümmchen zusammen – tolle Statistiken bietet der Fondsverband BVI.

FD: Sparen oder Investieren: Was ist Dein Tipp für Leute ab 50?

JS: Auch hier gilt: Das kommt auf die Lebenssituation und das Anlageziel an. Aber ganz ohne Aktien geht es in Zeiten von Null- und Minuszinsen ganz sicher nicht mehr.

FD: Jessica, welchen Tipp möchtest du den Finanzdiven mit auf den Weg geben?

JS: Keine Angst vor der Börse! Traut Euch! Langfristig sind Aktie die beste Anlageklasse überhaupt. Aber: Geld, dass Ihr in den nächsten Monaten oder sogar Jahren braucht, gehört nicht an die Börse. Aber Geld, dass Ihr für zehn Jahre anlegen möchtet, auf jeden Fall!

An dieser Stelle möchte sich finanzdiva.de bei Jessica für das Interview herzlich bedanken.

Destination Reichtum: Finde hier heraus, welche Tipps dir Sandra Navidi mit auf den Weg gibt!

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