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Sandra Navidi: „Hör auf dein Bauchgefühl“

Kat€ meets Sandra Navidi

Den Wegweiser zu den eigenen Zielen liefern uns die Erfolgreichen. Sandra Navidi ist mehr als nur deutsche und amerikanische Anwältin. Sie ist erfolgreiche Unternehmerin, international gefragte Finanzexpertin und Bestsellerautorin – eine hochintelligente It-Woman, die von New York aus operiert. Sandra Navidi ist eine Ikone. Denn: Sie ist das Licht am Ende des von Männern dominierten Finanztunnels. Kat€ sprach mit Ms Navidi über mächtige Seilschaften, die Weltsicht der Superreichen, einen typischen New Yorker Vormittag – und ihr Rezept für Erfolg.


FD: Frau Navidi, Sie sind ein Star und leben in New York. Das ist der Traum vieler Menschen. Wie beginnen Sie Ihren Tag?

SN: Oh, vielen Dank, Sie schmeicheln mir! Mit einem ausgiebigen Frühstück und dem Lesen zahlreicher internationaler Zeitungen und anderer Informationsquellen online. Danach update ich meine To-do Liste und mein Time Sheet, auf dem ich festhalte, woran ich wie lange gearbeitet habe. Darauf folgt Kommunikation: E-Mails und Telefonate, wobei ich versuche Telefonate auf ein Minimum zu reduzieren.


FD: Ihre Karriere ist steil und inspirierend. Ein Leben auf der Überholspur. Wann waren Sie das letzte Mal urlaubsreif?

SN: Das ist schon einige Zeit her. Ich würde sagen, in den ersten Jahren nach meiner Firmengründung. Mittlerweile hat sich alles eingeschliffen und ich bin effizienter. Da ich mir meine Zeit selbst einteilen und von überall arbeiten kann, achte ich darauf, regelmäßige Auszeiten einzuplanen. Wenn ich geschäftlich reise, versuche ich oft noch ein bis zwei Tage dranzuhängen, um die Umgebung zu genießen und Freunde zu treffen. Da ich wenig Routine habe und Tätigkeiten wähle, die mir Spaß machen, bin auch geistig selten urlaubsreif.


FD: Ihr Leben scheint perfekt: Sie sind CEO der Strategieberatung BeyondGlobal, international gefragte Finanzexpertin, Bestsellerautorin und renommierte Anwältin. Wie lautet Ihr Erfolgsrezept?

SN: Kein Leben ist perfekt, aber ich bin sehr happy mit meinem Schicksal. Mein persönliches Erfolgsrezept lautet, eine Tätigkeit auszuüben, die mir Spaß macht und die mir liegt. Außerdem würde ich sagen, dass ich arbeitsam und diszipliniert bin. Ohne Fleiß kein Preis. Erfolg ist harte Arbeit, aber wenn die Tätigkeit Freude macht, fühlt sie sich nicht wie Arbeit an. Man ist motivierter und leistungsfähiger.


FD: Ihr Buch „$uper-hubs“ führt uns hinter die Kulissen der elitären, fast ausschließlich männlichen Finanzelite. Die Mitglieder haben gigantische Netzwerke. Sind Netzwerke ein Alpha-Männerding?

SN: Ja. Seilschaften, Bruderschaften, Netzwerke sind historisch gesehen eine Männerdomäne. Mittlerweile sind Frauen besser in Netzwerke integriert. Aber in der Regel sind Männer immer noch deutlich stärker vernetzt als Frauen. Das liegt insbesondere auch daran, dass es wesentlich mehr Männer in höherstehenden Positionen als Frauen gibt, die als Förderer in Frage kommen. Und Männer bevorzugen es nachweislich, mit anderen Männern zu netzwerken. Die Älteren erkennen sich häufig in den Jüngeren wieder, sie verstehen sie und können sich mit ihnen identifizieren.

Männer haben es auch insofern einfacher, als sie unverdächtiger Zeit miteinander verbringen können. So kann der Senior Manager mit dem Junior Manager nach der Arbeit noch etwas trinken gehen. Bei einer Frau sind sie da in der Regel vorsichtiger, weil ein falscher Eindruck entstehen könnte. Teilweise liegt der Mangel an Vernetzung auch an Frauen selbst: So ist es ihnen erwiesenermaßen unangenehmer, persönliche Beziehungen für das berufliche Fortkommen zu nutzen.


FD: Der Untertitel Ihres Buches lautet: Wie die Finanzelite und ihre Netzwerke die Welt regieren. Klingt unheimlich. Hatten Sie Angst, Details aus der Welt der Big Bosse preiszugeben?

SN: Nein, Titel müssen immer etwas polarisieren, darauf achten schon die Verlage. Ich kenne zwar fast alle Superhubs persönlich, die ich im Buch porträtiert habe, aber ich habe keinen Klatsch und nichts Vertrauliches veröffentlicht. Manche Details sind nicht schmeichelhaft, aber die Superhubs sind Kritik gewöhnt. Sie wissen auch, dass man nicht nur Positives berichten kann, weil das die Glaubwürdigkeit der Schilderung untergraben würde.


FD: Ist die Fähigkeit zu Netzwerken wichtiger als Talent?

SN: Nein, aber genauso wichtig. Emotionale Intelligenz – eine wichtige Voraussetzung des Netzwerkens – kann fachliche Fähigkeiten nie ersetzen. Auf der anderen Seite ist es schwer, allein aufgrund fachlicher Fähigkeiten weiterzukommen, insbesondere wenn man mit ähnlich Qualifizierten konkurriert, die über Netzwerke verfügen.


FD: Was an Ihrer Arbeit mit Superreichen hat Sie am meisten geprägt?

SN: Ihr Weitwinkel: Sie haben ein hervorragendes disziplinübergreifendes Verständnis davon, wie die Welt funktioniert und wie man Netzwerke aufbaut.


FD: Wieso spielen Frauen in Machtkreisen die zweite Geige? Was ist das größte Hindernis für Frauen?

SN: Das Haupthindernis ist wie schon angesprochen, dass Frauen in der Regel weniger gut vernetzt sind. Ein weiterer Aspekt: die Homophilie, die wissenschaftlich untermauerte Tendenz des Menschen, sich bevorzugt mit ähnlichen Menschen zu umgeben. Hinzu kommt, dass Frauen bei Beförderungen an ihren konkreten Leistungen gemessen werden, während Männer häufig allein aufgrund ihres Potenzials befördert werden. Darüber hinaus gehen Frauen wesentlich kritischer mit sich ins Gericht: Gemäß dem sogenannten „Hochstapler Syndrom“ neigen sie zu Selbstzweifeln und fühlen sich selbst bei großen Erfolgen oft als Hochstaplerin, die diese Erfolge nicht verdient.


FD: Haben Sie sich einen der im Buch beschriebenen Alphamänner zum Vorbild genommen?

SN: Bedingt. In SuperHubs geht es um Netzwerke und damit auch um die Kunst des Netzwerkens, und ich habe Menschen beschrieben, die darin Weltklasse sind. Aber sie sind auch fehlbar und ich heiße natürlich nicht alles gut, was sie tun. Aber einzelne Eigenschaften kann man sich schon zum Vorbild nehmen: zum Beispiel die Disziplin einer Christine Lagarde, die intellektuelle Neugier eines George Soros oder die Widerstandsfähigkeit eines Jamie Dimon. Frauen können sich an Männern aber nur begrenzt orientieren: Eigenschaften wie Aggression oder Redseligkeit werden bei Männern als Zeichen von Kompetenz eingestuft, bei Frauen dagegen als negativ wahrgenommen – übrigens sowohl von Frauen als auch von Männern.


FD: Welchen Tipp geben Sie Frauen damit sie schneller an ihr Ziel gelangen?

SN: Seien Sie pro-aktiv. Bilden Sie sich kontinuierlich fort. Nehmen Sie Absagen nicht persönlich, haken Sie Niederlagen schnell ab. Und hören sie auf ihr Bauchgefühl. Dann kann Sie so leicht nichts aufhalten.

An dieser Stelle möchte sich Finanzdiva für das Interview bedanken!

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