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Mompreneurs #1: Julie Montagu exklusiv

So wurde ich zur Yoga-Queen!

Ich hatte nie einen Business-Plan, alles wuchs auf natürliche Art.

Es ist schon lustig, dass ausgerechnet sie schon bald „Lady Sandwich“ heißen wird. Denn Schinken-Käse-Happen oder Fastfood-Burger kommen bei Julie Montagu, 44, Viscountess Hinchingbrooke, nicht auf den Tisch: Die Frau von Luke Montagu, 47, des zukünftigen 13. Earl of Sandwich, lebt vegan. Die gebürtige Amerikanerin baute sich ein eigenes Imperium auf – als Ernährungs-Guru, Yoga-Lehrerin und Autorin. Sie hat einen Blog, gibt Retreats und verkauft eigene Yoga-DVDs. Mit ihrer Familie (vier Kinder zwischen elf und 19) lebt sie in London und auf dem Landsitz Mapperton in der Grafschaft Dorset.

Foto ©Julie Montagu

fd: Wann und warum verschlug es Sie nach England?

JM: Das war vor fast 20 Jahren. Ich lebte in Chicago und war zuständig für E-Mail-Marketing. Meine Firma eröffnete ein Büro in London und ich wurde dorthin versetzt.

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fd: Was denken Ihre amerikanischen Freunde über Ihr neues Leben?

JM: Wenn ich in die USA reise, stellen sie mir 101 Fragen. Keiner glaubt mir, wenn ich erkläre, dass auch bei uns alles ganz normal abläuft. Viele denken, dass ich wie im Märchen lebe. Auf dem Papier sieht es ganz danach aus. Aber in Wirklichkeit bin ich noch das Mädchen aus Illinois …

fd: … das aber inzwischen eine Schlossherrin ist! Und auf Mapperton drehen Sie doch auch Ihre Yoga-Videos für Youtube?

JM: Das stimmt, denn es ist sehr gemütlich und schön dort! Ein anderer Grund, warum ich dort drehe: Dies ist eine tolle Möglichkeit, um den Menschen das schöne Mapperton House zu zeigen und sie dazu zu bringen, das Schloss mit seinen Gärten zu besuchen. So mache ich Werbung für mich und das Haus!

fd: Neben Ihrer Karriere kümmern Sie sich um die Kinder. Ganz ohne Nanny?

JM: Ich habe selber vier Geschwister und meine Mutter schaffte es auch ohne Hilfe. Sie arbeitete zwar nicht Vollzeit, aber sie hatte auch ein Kind mehr als ich. Ich passe meinen Job den Zeitplänen der Kinder an. Dadurch bin ich super im Multi-Tasking geworden.

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fd: Haben Sie ein Beispiel dafür?

JM: Wenn ich abends am Herd stehe, führe ich mit Kopfhörer Interviews. Oder ich schreibe E-Mails, während ich Wasser koche. Ich fahre überall mit dem Fahrrad hin und erledige dabei oft Anrufe und Telefonkonferenzen. Ich mache nie nur eine Sache!

Foto ©Julie Montagu

fd: Dass Sie sich jetzt gerade Zeit nur für mich nehmen, ist also ein echter Luxus?

JM: Ja, ich sitze – das ist Luxus. Noch vor fünf Minuten bin ich von einem anderen Termin losgehetzt, um pünktlich hier zu sein.

fd: Sie haben eine Patchwork-Familie. Klappt das denn gut?

JM: Meine beiden ältesten Kinder stammen aus erster Ehe. Sie waren zwei und vier Jahre alt, als ich Luke heiratete. Sie nennen ihn „Dad“. Es hat also wunderbar funktioniert.

fd: Wie trafen Sie Luke?

JM: Wir lernten uns auf einer Party über Freunde kennen. Ich wusste drei Monate lang nichts von seinem Titel. Dann brachte er mich nach Schloss Mapperton – und ich hielt ihn erst einmal für einen Hochstapler.

fd: Sie sind inzwischen fast berühmter als er. Wie geht Luke damit um?

JM: Er ist unglaublich stolz auf mich, und es vergeht kein Tag, an dem er mir das nicht sagt. Er ist der größte Unterstützer bei allem, was ich mache. Das treibt mir fast die Tränen in die Augen. Er glaubt an mich! Er hat eine Amerikanerin geheiratet, die manchmal schon nervig optimistisch ist. Aber ein bisschen davon hat schon auf ihn abgefärbt.

fd: Auch das Yoga?

JM: Ich glaube, wir können alle Yoga machen – auf unsere Art. Mein Mann meditiert, aber sein Yoga ist das Angeln. Er geht auf sein Boot und es ist ganz still um ihn herum. Er atmet frische Luft ein und kann loslassen.

Foto ©Julie Montagu

fd: Wann fingen Sie mit Yoga an?

JM: Vor fast 20 Jahren. Aber erst vor zehn Jahren wurde ich Trainerin. Zu diesem Zeitpunkt war ich unglaublich erschöpft, auch durch die vier Kinder. Ich fand heraus: Wenn ich mir Zeit für mich selber nehme, um Yoga zu machen, habe ich auch mehr Energie für meine Kinder. Yoga war mein Lebensretter! Ich kann mir nicht mehr vorstellen, ohne Yoga zu leben.

fd: Und wie wurde daraus ein Geschäft?

JM: Ich hatte nie einen Business-Plan, alles wuchs auf natürliche Art. Yoga half mir, mich selber wieder zu mögen. So kam ich auf die Idee, andere gestresste Mütter zu unterrichten. Ich mietete einen Gemeindesaal und verteilte Flyer in den Schulen meiner Kinder. Ich gab Yoga-Stunden für wenig Geld.

fd: Und heute sind Sie mega-erfolgreich …

JM: Das überrascht mich selber. Aber ich glaube, das passiert, wenn man etwas mit Leidenschaft macht. Und ich liebe, was ich tue.

fd: Das hört sich märchenhaft an. Doch es gab auch schlechte Zeiten: Ihr Mann nahm nach einer falschen Diagnose jahrelang Antidepressiva und starke Schlafmittel. Als er davon loskommen wollte, litt er unter ziemlich schlimmen Nebenwirkungen und konnte oft kaum aufstehen …

JM: Damit ist es wie mit allen Erfahrungen im Leben: Du kannst dich von ihnen runterbringen lassen – oder du nutzt sie, um etwas Großartiges zu schaffen. Genau das hat Luke getan: Er hat mit einem Professor aus Oxford eine Stiftung (www.cepuk.org) gegründet und dadurch viele Menschen dabei unterstützt, auf sicherem Weg von den Psychopharmaka loszukommen. Das ist das Erbe, das wir beide hinterlassen wollen: Uns ist es wichtig, anderen zu helfen – mit Yoga und mit unseren Erfahrungen.

Recharge! Lesen und Energie tanken

Und jetzt machen wir noch etwas Werbung für Julies jüngstes Buch „Recharge“, das gerade erschienen ist. In dem Ratgeber schreibt sie darüber, wie wichtig es ist, sich um sich selber zu kümmern. Ein Mix aus Ratgeber und Arbeitsbuch, der einen das ganze Jahr über begleiten soll! Für jeden Monat gibt es ein Motto (wie z.B. „Stress“, „Mut“) und dazu neue Aufgaben.

Interview: Anna Butterbrod

An dieser Stelle möchte sich finanzdiva.de bei Julie Montagu für das Interview bedanken.

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#So Beautiful! Julie’s schönste Yoga-Momente findest du in der Galerie

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