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Murat Ünal: Von 0 auf 100!

Hollywoodtürke – Bester No-Budget-Film 2018 

Murat Ünal war Co-Drehbuchautor UND Filmproduzent UND Regisseur UND Schauspieler. Diese Jobs hat er selbst erledigt für seinen ersten Film. Nun will er die Kinocharts stürmen.

Hab ich ans Aufgeben gedacht? Mehrfach. Daran denken ist auch ok. Solange man es nicht macht. Murat Ünal

Kein Geld, keine Connections, einzig eine Vision als Energiequelle, Photoshop fürs Werbeplakat und eine Menge Mut, um Produzenten um Geld anzupumpen: Und? He did it! Hollywoodtürke ist sein Baby.

Worum geht’s?

In der Geschichte versucht ein Türke bei seiner Traumfrau zu landen. Das Problem: Sie mag keine Türken. Auch beruflich bewegt er sich auf dem Abstellgleis. In der Hoffnung auf bessere Rollen und eine Chance bei seiner Nummer 1 gibt er sich als Italiener aus nach dem Motto: „In Deutschland leben 750.000 Italiener. Einer davon ist Türke.“

Was macht den Film einzigartig?

Dass er seinen No-Budget-Film fertig produzieren konnte, grenzt an ein Wunder. Denn Murat hatte nicht mehr als 1.500 Euro für 19 Drehtage. Nächstes Problem: Kaum jemand arbeitet umsonst. Nach ersten Zusagen sprangen die Leute einfach ab: Erst die Kamerafrau, dann die Regie-Assistentinnen und dann auch noch der Cutter. Selbst die Hauptrolle konnte er nicht besetzen. Also machte er es selbst. Das Ergebnis berührt die Zuschauer während der Premiere auf dem Strassenfestival „Boddinale“. Sie applaudieren, viele springen sogar auf. Murat hat’s geschafft. Doch das war erst der Anfang. Murats nächstes Ziel steht: „Hollywoodtürke 2“.

Hollywoodtürke auf finanzdiva.de

Foto ©Murat Ünal

FD: Viele erfolgreiche Menschen haben merkwürdige Morgen-Routinen. Wie startest du deinen Tag?

Murat Ünal (MÜ): Ich starte meinen Tag mit meinem Journal – schreibe also auf, wofür ich dankbar bin, gefolgt von meinen Tages,- und allgemeinen Zielen.

FD: Was ist Deine Story ? Und in diesem Zusammenhang: Was war bisher dein bestes Investment?

MÜ: Ich bin Filmliebhaber und habe mir alles autodidaktisch selbst beigebracht. Mein bestes Investment war mein Film-Selbststudium mit Büchern übers Filme machen und das Studieren großer Movie-Maker mit ihren wertvollen Audiokommentaren zu ihren Filmen. Das war für mich die beste Filmschule der Welt.

Es gibt keine Grenzen. Barrieren setzt du dir nur selbst, und zwar in deinem Kopf.

FD: Stichwort Vorbilder: Die besten Schüler haben hervorragende Lehrer. Wer waren deine großen Lehrmeister?

MÜ: Meine Vorbilder unter den Filmemachern reichen von Cameron über Lucas bis hin zu Scorsese, Wilder, Oz, – das sind alles viele gute Regisseure.

FD: Was war dein schlechtestes Investment?

MÜ: Nicht in Weiterbildung in verschiedenen Bereichen zu investieren. Wenn du nicht lernst, wirst du schlechter.

FD: Ab wann ist man für dich „reich“?

MÜ: Reichtum kann vieles bedeuten und ist nicht unbedingt mit viel Geld gleichzusetzen. Für jeden kann es etwas anderes sein.Momentan verstehe ich darunter, finanziell unabhängig zu sein. Nicht arbeiten gehen zu müssen, um die Miete zu bezahlen und das tun zu können, woran ich Spass und worauf ich Lust habe. Und dadurch mehr Zeit mit den Menschen zu haben, die mir am nächsten sind – meine Familie und Freunde. Und natürlich ist Gesundheit für mich der grösste Reichtum. 

Hollywoodtürke auf finanzdiva.de

Foto ©Murat Ünal

FD: Was ist dein nächstes großes Projekt?

MÜ: Der nächste Film und / oder ein anderes Entertainment Projekt sowie Motivational Coachings und ich möchte vielleicht ein Buch über meine Erfahrungen schreiben.

Ich hatte das Gefühl, der Film ist verflucht. Jemand will nicht, dass dieser Film fertig wird.

FD: Was hat mehr Spaß gemacht? Die Schauspielerei oder der Job des Regisseurs?

MÜ: Regie macht immer mehr Spaß, weil man alle Elemente besser kontrollieren kann. Ich hatte bei dieser 4-fach Belastung als Produzent, Autor, Regisseur und Hauptdarsteller kaum Zeit irgendwas zu genießen. Ich war nur auf Autopilot und wollte die 100 Probleme pro Tag bewältigen.

FD: Was ist das schönste Kompliment dass du je bekommen hast?

MÜ: „DAS HAST DU GEMACHT? WOW! DAS IST ECHT GUT.“ Das habe ich schon so manchmal gehört und wenn Leute nicht wissen, was ich alles gemacht habe und meine Werke in Erinnerung bleiben und sie berühren, dann habe ich mein Ziel erreicht. Darum geht es mir. Ich möchte Menschen berühren, indem ich Emotionen in ihnen wecke.

FD: Welchen Tipp würdest Du Deinem 20-Jährigen „Ich“ geben, angenommen, Du könntest in die Vergangenheit reisen?

Geh nicht auf die Uni, es sei denn du willst Arzt, Anwalt oder Architekt werden. Hör nicht auf die Nein-Sager und wisse, dass es keine Grenzen gibt für das, was du schaffen kannst – Barrieren setzt du dir nur selbst, und zwar in deinem Kopf“

Hab ich ans Aufgeben gedacht? Mehrfach. Daran denken ist auch ok.

FD: Welche Erkenntnis hast du aus deinem Filmdreh mitgenommen? Gab es einen Punkt, an dem du ans Aufgeben gedacht hast? Und wenn ja, wieso hast du trotzdem weitergemacht?

MÜ: Man kann weder alle glücklich noch es allen recht machen. Ich hätte gerne mehr  Zeit für mein Team gehabt, um mit jedem Einzelnen zu reden und ihr oder ihm zuzuhören. Bei den vielen vollgepackten Filmtagen und mit viel zu wenig Leuten am Set blieb mir keine Zeit dafür. Leider.

Hab ich ans Aufgeben gedacht? Mehrfach. Daran denken ist auch ok. Solange man es nicht macht. Vor allem wenn mir Leute erst zugesagt und anschließend wieder abgesagt haben, oder ausgestiegen sind, dachte ich ans Aufgeben. Ich hatte das Gefühl, der Film ist verflucht. Jemand will nicht, dass dieser Film fertig wird. Aber dann kam nach ein paar Tagen wieder der Trotz in mir durch und ich dachte „Jetzt erst recht!“ Und dann habe ich einfach weitergemacht.

FD: Und zu guter Letzt was willst du den Finanzdiven unbedingt noch sagen?

MÜ: Lernt jeden Tag was dazu. Haltet euch fern von negativen „Downern“. Setzt euch Ziele und arbeitet an ihnen. Hört niemals auf zu Träumen.

An dieser Stelle möchte sich finanzdiva.de bei Murat für das Interview bedanken!

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Weiter geht’s! Der Podcast mit Murat Ünal in der Hauptrolle 😉

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