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Börsenpaar-Talk: Liebe geht durchs Depot

Börsenpaar-Talk: Liebe geht durchs Depot

Das Börsenpaar über romantische Wallstreet-Abenteuer

Technisch gesehen ist leider noch keine Aussage möglich bei CureVac. (…)Ich drücke dem Unternehmen die Daumen, aber für eine Investition würde ich aktuell noch die Füße stillhalten.” – Laura von Börsenpaar

Dass Geld KEIN Beziehungskiller ist, beweisen Bernd & Laura, alias das Börsenpaar. Ihre Liebe zur Börse teilen sie mit einer riesen Insta-Community. Aber davon erzählen Sie dir am besten selbst.


© Börsenpaar

fd: wie lautet eure Story?

Börsenpaar (BP): Die Finanzmärkte sind unser zu Hause. Die Technische Analyse ist unser Wohnzimmer und die Fundamentalanalyse unsere Küche. Das Essen wird natürlich in der Küche gekocht. Was aber auf den Tisch gedeckt wird, entscheiden wir gemeinsam im Wohnzimmer.

fd: Gegessen wird zu Hause: Euer Lieblingsrezept?

BP: Die Technische Analyse. Wir machen das seit vielen Jahren – genau gesagt die Chartanalyse, insbesondere Markttechnik. Die Fundamentalanalyse ist für uns die Analyse Methode. In der Berufspraxis vertiefen wir das mit der Programmierung von Algorithmen – seit über 13 Jahren verwenden wir diese Werkzeuge aktiv und profitabel.

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fd: Das klingt nach einem Vollzeitjob…

BP: Wir beschäftigen uns mit den Thematiken rund um die Börse 24/7 die Woche.

fd: Euer Background?

BP: Von Haus aus sind wir eine Wirtschaftswissenschaftlerin und ein Wirtschaftsingenieur, vom Herzen aber sind wir durch und durch Börsianer.

fd: Wie viele Stunden Pro Tag sitzt ihr vorm Rechner?

BP: Je nach Marktsituation und Trend sind es zwischen 4 bis 14 Stunden pro Tag. Stehen große Ereignisse an, oder kommt es einem gigantischen Kursrückgang wie im März, werden bei uns auch schon Nachtschichten eingelegt und gespannt die Eröffnung der asiatischen Märkte in der Nacht abgewartet.

fd: Euer Ziel?

BP: Wir wollen unsere Analysen zur Börse für jeden zugänglich machen. Viele Menschen reden nicht über Geld. Viele Menschen erzählen nicht, dass sie Aktien oder ein Sparplan besitzen. Keiner tauscht sich gerne über Geld aus. Denn Geld ist und bleibt ein sehr schwieriges Thema in Deutschland.

fd: Ihr ändert das! Apropos: Ändern. 2020 steht die Welt auf dem Kopf. Eure Meinung zum curevac Börsen-Debüt?

BP: Technisch gesehen ist leider noch keine Aussage möglich bei CureVac. Fundamental betrachtet kann man bei diesem Unternehmen auf eine 20-jährige Geschichte zurückblicken. Der aktuelle Börsengang kann sehr viel versprechend sein, aber dafür muss das Unternehmen CureVac erst einmal fundamentale Daten liefern – das bedeutet, dass das Unternehmen aktuell unter Zugzwang steht. Es muss nun Ergebnisse liefern die die erhaltenen Fördergelder und auch den Aktiengang gerechtfertigten. Ich drücke dem Unternehmen die Daumen, aber für eine Investition würde ich aktuell noch die Füße stillhalten.

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fd: Buy or Sell? Eure Meinung zu den Corona-Werten allgemein in Zeiten der Pandemie?

BP: Allgemein betrachtet sind die Techwerte seit dem markttechnischen Corona-Tief im März sehr gut gelaufen, zu dem sind auch viele aber nicht alle Pharmawerte gut gelaufen u.a. Pfizer oder Johnson & Johnson konnten gut von dem Trend profitieren.

fd: Gibt es gefährliche Auffälligkeiten?

BP: Anzumerken ist es aber, dass nicht der ganze Aktienmarkt auf breiter Front nach oben gelaufen ist. Das macht den Markt in sich instabil. Sprich die Indizes wie beispielsweise der NASDAQ-100 haben ihre schnellste Performance seit Auferlegung des Indizes gehabt. Das gleiche gilt auch für den S&P500. Es bleibt abzuwarten wie nachhaltig das sein wird.

fd: Curevac ipo. 250 Prozent Börsen Auftakt. Was tun? Erstmal abwarten oder jetzt  einsteigen ?

BP: Mit einer guten Nachricht oder mit Hoffnung zu spekulieren ist kontinuierlicher Gewinn nach unser Erfahrung nicht umsetzbar. Das geht mal gut und dann verliert man alles.
Wir halten uns von solchen Spekulationen fern. Wir suchen immer nach einem Trend, der fundamental und technisch nachvollziehbar ist, so dass wir nachts in Ruhe schlafen können. Ganz nach dem Motto von André Kostolany.

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fd: Die Börsen Anleger flüchten seit Corona Ausbruch verstärkt  in Gold  und andere Sachwerte. Wie denkt ihr über Gold?

BP: Gold ist eine wunderbare bei Mischung als Sicherung für das Depot. Bei Gold nicht auf den Preis schauen, sondern den Sinn von Gold verstehen.
Das bedeutet, es ist kein Spekulationsprodukt. Gold beruhigt und es hat geschichtlich gesehen immer seinen inneren Wert zu Realwirtschaft behalten. Es ist eine Versicherung für etwas was wahrscheinlich nie eintreten wird und bitte auch nicht soll.

fd: Ist Gold zu teuer?

BP: Gold ist wirklich sehr gut gelaufen (ca. 36% stand heute p.a.).
Mittelfristig erwarten wir eine gesunde Korrektur in Gold. Das ist aber für den weiteren Trendverlauf sogar gut. Denn der langfristige Aufwärtstrend wurde mit der Herausnahme des Jahreshoch 2011 bei 1.920,80 USD bestätigt. Dieses Hoch aktivierte neue langfristige Ziele solange nicht die 1451,099 USD unterboten wurden, können Ziele von 2.125 USD, 2.284 USD und 2.621 USD erreicht werden.

fd: Was wäre die bessere Alternative?

BP: Gold hat gegen über anderen physischen Metallen immer steuerliche Vorteile, es sei den man kauft Münzen. Ich würde mir noch als Alternative Palladium oder Platin ins Depot legen. Diese sind in der Anlegerwelt nicht sehr weit verbreitet und die Trends könnten sich erst in nächster Zeit richtig schön  entfalten.

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fd: Euer Börsen-Ausblick zum Jahresende? Sind die Börsen heiß gelaufen?

BP: Wir sollten uns auf eine mittelfristige Korrektur einstellen, damit wir zum Jahresende eine schöne Jahresendrallye haben können. Die Monate August bis Oktober sind statisch gesehen die schlechtesten Monate im Jahr. Darauf stellen wir uns auch dieses Jahr ein. Betrachtet man dabei noch die aktuelle Lage, kann jetzt festgestellt werden, das die fundamentalen Daten die Kurshöhen der sogenannten heiß gelaufenen Werte, wie zum Beispiel die der FANG Aktien bestätigt haben.

fd: Interessant!

BP: Mitbestimmend werden dieses Jahr die Wahlen in Amerika sein und die noch laufenden Handelsgespräche mit Großbritannien. Auf eine zweite Corona-Welle würden wir aktuell noch nicht drauf spekulieren.
Das könnte nochmals im November ein Haar in der Suppe für die laufenden Trends sein.

fd: Sollte man jetzt Kasse machen?

BP: Das hängt immer von der persönlichen Portfoliostrategie und mit welchem Produkt gehandelt wird ab. Ein ETF Sparplan der noch 30 Jahre laufen soll, bedarf einer anderen Strategie als eine einzelne Position in Apple oder Tesla.

fd: Euer Fazit?

BP: Deshalb ist es wichtig, bevor eine Investitionen getätigt wird sich eine Strategie und ein Ziel zu definieren, damit in jeder Börsensituation gemäß der Strategie gehandelt werden kann. Es ist dann auch ein psychologischer Anker, der einem sagt, was zu tun ist wenn sich eine Position im Gewinn oder im Verlust befindet. Wir erklären und vermitteln dieses Verhalten und Vorgehen im Detail in unseren Wissensbeiträgen.

finanzdiva.de bedankt sich für das Interview.

Und weiter geht’s mit einem Interview mit Dr. Markus Krall

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