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Von Lachsfilet bis „Fischer Vroni“

When the last tree is cut, the last river poisoned, and the last fish dead, we will discover that we can’t eat money.“ – Sprichwort

Gorch Fock investiert in dubiose Goldminen und Privatanleger Jens in Fisch. Der 3-fache Vater und Financial Diva Analyst Jens Will gibt uns regelmäßig ehrliche Einblicke über seine Machenschaften. Seine Leidenschaft? In tiefen Börsengewässern sucht er täglich nach waghalsigen Abenteuern. Die Elementarteile seiner Geldanlage sind Aktien. Bei Jens vergeht kein Tag, ohne dass er nicht an der Wallstreet unterwegs ist. Auch im Urlaub findet man ihn auf der schweißtreibenden Renditepiste.

Haftungsausschluss & Disclaimer: Katja Eckardt hält zur Zeit der Veröffentlichung dieses Beitrags keine der auf finanzdiva.de vorgestellten Aktien, Fonds, ETFs.Die Inhalte auf finanzdiva.de wollen keine spezifischen Anlage-Empfehlungen geben und enthalten lediglich allgemeine Hinweise. Autoren, Herausgeber und die zitierten Quellen haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung ihrer Gedanken und Ideen entstehen.  

©Photogenika.de

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Text: Jens Will

Marine Depotideen

Der Lachs ist an sich ein Raubfisch und hat einen bewegteren Lebenslauf als Sophia Vegas. So kommt dieser Fisch zwar im Süßwasser zur Welt, lebt dann später aber im Meer – nur um zum Laichen wieder in die Flüsse zurück zu kehren. Solche sogenannten „anadromen Wanderfische“ stellen den Züchter vor große Aufgaben. Denn genau so abwechslungsreich wie sein Lebensraum ist zeitlebens auch die Speisekarte dieses Tieres. Ein bunter Mix aus Pflanzen, Fisch und Krill muss den Jungtieren verfüttert werden, damit man einst an das begehrte rote Fleisch des Lachses kommt. Eine große Herausforderung ist hierbei, den Anteil an „Fischprotein“ im Futter zu reduzieren ohne dabei die Menge an Omega 3 Fettsäuren im Fleisch zu beschneiden. Dazu kommen wir später im Text.

Festzuhalten ist: Lachsfleisch ist knapp und heiß begehrt, der Hunger auf Fisch wächst weltweit. Im Gegensatz zu Schwein und Rind verbraucht der Lachs keine Landfläche bei der Anzucht. Anders als Schweinefleisch ist Lachs arm an Fett, reich an Omega 3 Fettsäuren und das wichtigste für den Export in muslimische Länder: Lachs ist ohne Einschränkung „Halal“. Nicht nur deswegen hängt das Geschäft mit dem Lachs in Norwegen derzeit die Schlüsselindustrie „Erdöl“ ab. Der Ressourcen-Verbrauch zur Erzeugung eines Kilos Lachsfleisch ist verschwindend gering, da der Lachs im Salzwasser aufwächst und sich einen großen Teil der Nahrung selber organisiert. Ca. 1,3 kg Futter werden später in 1 kg Lachsfleisch umgewandelt. Wer möchte, kann gerne mal sein Rinderfilet dagegen halten. Das grüne Gewissen liegt hier quasi mit auf dem Teller. Aber genug der Randerscheinungen, auf gehts mit der Fisch-Aktie des Tages!

Butter bei die Fische

Nein, heute dreht sich nicht alles um den Marktführer MOWI. Wer mehr über diesen Produzenten wissen will, der möge das Stichwort „Marine Harvest“ in google eingeben und sich dann von der puren Zahl an Artikeln und Blogs erschlagen lassen.

Die Firma „Leroy Seafood“ (WKN: 570796) aus Bergen in Norwegen ist kein Pure Play mit Lachs. Besser! Sie diversifiziert in die drei Geschäftsbereiche Trout („Flussforelle“), Salmon und Gadus („Kabeljau“). Der Verzehr von Lachsfleisch ist in Europa etwas saisonal und hat seinen Höhepunkt um die Weihnachtszeit. Kabeljau hingegen ist der Grundstoff für zahlreiche TK Produkte wie z.B. Fischstäbchen und Filets und kann das ganze Jahr über vermarktet werden. Und last not least die Forelle ist bei uns zu Lande der „Sommerfisch“. Eine Biergartensaison in Bayern wäre aus Sicht der „Steckerl-Fisch“ Freunde ohne „Leroy Seafood“ eine traurige Angelegenheit. Der Tegernsee könnte mit seiner Ausbringungsmenge nicht einmal ein einziges Oktoberfest Zelt versorgen. Gerade dieses „Vertical Play“ macht Leroy zu einem interessanten Investment im Vergleich zum Lachsgiganten „MOWI“. Dazu kommen ein paar spannende Innovationen von Leroy. Mit dem „Ocean Forest“ Projekt lässt sich nachhaltig Fischfutter herstellen und dabei CO² aus der Atmosphäre binden. Die Abwässer und Ausscheidungen der Lachse werden hierbei von einem Algenwald um die Zuchtbecken aufgenommen und dienen als Dünger. Gemeinsam mit dem CO² des Meerwassers wachsen rund um die Becken in großer Menge Muscheln und Seetang. Dieser wird geerntet und wiederum zu Lachsfutter verarbeitet. Die Lachszucht erfährt so eine sehr nachhaltige Komponente des Recyclings.

Die von Leroy entwickelten „Preline“ Schiffe erlauben Fischzucht auf hoher See. Kurz: Eine Ausdehnung der Aquakultur in die internationalen Gewässer ist problemlos möglich. Wie das geht? Der Lachs wächst im Bauch dieser Schiffe heran, ein durchdachtes Siebsystem erlaubt das kontrollierte Entnehmen von Fischen, die „reif“ fürs Abfischen sind. Die Fische werden mit kühlem Wasser aus der Tiefe versorgt. Dieses enthält keine Krankheitserreger und Parasiten. Somit ist man bei Leroy sicher vor den typischen Lachskrankheiten, mit denen sich der Wettbewerb häufig herum schlägt.

Fisch & Tipps

Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung sind die DNA von Leroy. Das lässt sich auch in den Zahlen ablesen. Ein KGV um die 10 und eine Verschuldung in Höhe des Jahres EBIT machen dieses Invest zu einer relativ konservativen Geldanlage. Die Dividendenrendite liegt im Korridor zwischen 3,5 und 4 %. Das Wachstum der nächsten drei Jahre wird von Analysten mit gering bis moderat erwartet. Allerdings erfährt diese Aktie von Bankenseite nicht viel Aufmerksamkeit. Gerade der Preis für Lachs legt immer wieder launige Sprünge hin. Im Gegensatz zu Bakkafrost und MOWI kann Leroy eben auf Preisverfall mit Kapazitätsumschichtung reagieren.

Noch etwas: Leroy, MOWI und Bakkafrost sind norwegische bzw. faröische Unternehmen. Hier wird sehr viel Quellensteuer fällig, die man sich erst vom norwegischen Staat zurück fordern muss. Das Verfahren ist unkompliziert, kostet aber Zeit und etwas Geduld.

Fazit:

Für Einsteiger im Aktienmarkt sind diese Anteile allesamt nicht die erste Wahl.

Im nächsten Geldhai-Special erfährst du, welche Aktie Jens an Land ziehen will.

Du bekommst nicht genug von Fisch? Dann sei unser Gast in der Finanzdiva – Das Magazin Gruppe auf Facebook.

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