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Kommt es zum Dexit?

So blöd, das eigene Volk über irgendetwas direkt abstimmen zu lassen, waren deutsche Politiker schon lange nicht mehr.

Gott was haben wir über die Engländer gelacht. Die dünne Inselluft hatte denen wohl komplett den Kopf verdreht. Niemand wollte, dass sie die EU verlassen. Und kaum ein Realpolitiker konnte sich vorstellen, dass England tatsächlich aus der EU austreten würde. Trotzdem hat man es ohne Not zu einer Kampfabstimmung kommen lassen und die Rechnung ohne das eigene Volk gemacht. Und siehe da, auf einmal müssen Politiker einen Austritt organisieren, der politische und wirtschaftliche Risiken birgt, während die Hauptinitiatoren des Austrittsvotums längst das sinkende Schiff verlassen haben.

Solange man die Probleme des eigenen Volkes nicht zur Zufriedenheit der Masse gelöst bekommt, sehe ich keinen Grund weshalb Spitzenpolitiker noch in staatlich finanzierten Nobelkarossen chauffiert werden sollten, egal ob man da jetzt einen Diesel-Motor, einen Elektromotor oder wieder ein paar Pferde davor spannt.

Zugegeben: So blöd, das eigene Volk über irgendetwas direkt abstimmen zu lassen, waren deutsche Politiker schon lange nicht mehr – umso schlimmer muten die aktuellen Schlagzeilen zu Fahrverboten für Diesel-PKWs an. Ein Großteil des deutschen Volkes würde ein generelles Fahrverbot für Diesel-PKW sicher nicht unterstützen, da die Hälfte aller hier zugelassenen Autos mit einem Dieselmotor ausgerüstet ist. Man hat auf Seiten der Politik quasi ein gesetzgebendes Problem erkannt, es bewundert, geglaubt, dass ein Fahrverbot eh nie kommen wird, und folglich nichts getan um dem zuvorzukommen. Eine grundlegende Parallele zum Brexit lässt sich hiermit also durchaus ziehen, nämlich das Versagen der Realpolitik am Volke vorbei.

Dass der Wiederverkaufswert von Autos und somit ein Teil des Vermögens der eigenen Bürger ohne Not vernichtet wird, nimmt die herrschende politische Klasse in Kauf.

Kaum jemandem ist mit einem schnellen Fahrverbot für PKWs geholfen. Und es ist ja noch nicht einmal klar, ab welcher Schadstoffklasse es greifen würde. Sollten tatsächlich PKWs der Norm Euro 4 ausgesperrt werden, wären auch Autos, die nur wenige Jahre alt sind, von den Fahrverboten betroffen. Man zeichnet geistig immer gerne die Bilder von 30 Jahre alten „Dieselstinkern“, aber ist der geschätzten Bevölkerung auch klar, dass bereits der 5 Jahre junge BMW, für den man doch so lange gespart hat, von einem Fahrverbot betroffen wäre? Dass der Wiederverkaufswert dieser Autos und somit ein Teil des Vermögens der eigenen Bürger ohne Not vernichtet wird, nimmt die herrschende politische Klasse in Kauf.

Bezüglich meines Autos kann sich eine Stadtverwaltung gerne ein Wettrennen mit dem Rostbefall liefern, wer meinen Diesel als Erster aus dem Verkehr zieht.

Persönlich ist es mir ziemlich egal. Bezüglich meines Autos kann sich eine Stadtverwaltung gerne ein Wettrennen mit dem Rostbefall liefern, wer meinen Diesel als Erster aus dem Verkehr zieht. Ich fahre überdies eh lieber mit der U-Bahn. Aber was machen alle Bürger in ländlichen Gebieten? Oder ist es für sie akzeptabel, nur noch lückenhaft durch das eigene Land reisen zu können?  Die utopische Idee alternativ einen kostenfreien Personennahverkehr anzubieten ist doch reine Bauernfängerei. Erstens ist der Personennahverkehr in ländlichen Gebieten, in denen 2 Mal am Tag ein Bus vorbeikommt, kaum mit einer Arbeitsstelle vereinbar und zweites wird man in Großstädten die Beförderung nicht kostenfrei anbieten. Warum auch? Wieso sollte man den Menschen etwas umsonst geben, für das sie auch sehr gerne bereit sind zu zahlen? Diese Idee würde vielleicht Robin Hood einleuchten, aber weder ein Politiker, noch ein Stadtkämmerer würde selbst im schlimmsten Fieberwahn nicht auf diese Einnahmen verzichten wollen. Schließlich kann man das so erwirtschaftete Geld viel besser in die eigenen Taschen, oder zumindest klientelgesteuert in Wählerstimmen umleiten.

Was kann schon schlecht daran sein, wenn Millionen von Deutschen sich notgedrungen ein neues Auto kaufen müssen?

Am wenigsten beeindruckt wird sich die Autoindustrie zeigen. Im Rahmen der Globalisierung wird der Großteil des Gewinns eh in ausländischen Märkten erwirtschaftet und was kann schon schlecht daran sein, wenn Millionen von Deutschen sich notgedrungen ein neues Auto kaufen müssen? Persönlich bin ich der Meinung, dass grundlegende Prinzipien zum Schutz der Mobilität und des Vermögens des deutschen Endverbrauchers getroffen werden müssen.

1. Bestandsschutz für alle bereits im Umlauf befindlichen Diesel-PKWs: Wir verschmutzen unsere Erde exponentiell seit Beginn der Industrialisierung vor ca. 250 Jahren. Da kommt es (aufgrund des Mangels an bezahlbaren und praktikablen Alternativen) auf die nächsten 10 Jahre auch nicht mehr an, bis die meisten dieser PKWs eh eines natürlichen Todes gestorben sind.
2. Nehmt den Hersteller in die Verantwortung: Direkten, alleinigen und überharten Regress an die Automobilindustrie, wenn ein PKW auf die Straße gebracht wird, der den jeweils aktuellen umweltpolitischen Auflagen nicht entspricht.
3. Und zuguterletzt einen kostenlosen Schuh-Besohlungs-Dienst. Zumindest für alle Bundestagsabgeordneten (sofern es diesen widererwartend nicht schon geben sollte), sowie lediglich verbilligte Bus- und Bahntickets ohne pauschale Ausgabe einer Bahn-Card 100.

Solange man die Probleme des eigenen Volkes nicht zur Zufriedenheit der Masse gelöst bekommt, sehe ich keinen Grund weshalb selbst Spitzenpolitiker noch in staatlich finanzierten Nobelkarossen chauffiert werden sollten, egal ob man da jetzt einen Diesel-Motor, einen Elektromotor oder wieder ein paar Pferde davor spannt. Überdies heißt es ja, dass einem an der frischen Luft gerne mal der ein oder andere gute Gedanke kommen soll…

Fühl dich gedrückt!

Deine Kat€

 

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