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2.100 Prozent! plus

Die Geschichte meiner Hassliebe

„Früher ging es beim Traden nur noch um puren Nervenkitzel und krasse Returns. Heute lassen mich utopische Kursanstiege kalt.“ – Kat€

Ja, ich liebe Geld! Nenne mich gierig. Ich widerspreche dir keineswegs. Und ja, die fette fünf Jahres-Performance der Berliner Fintech Software- und Kreditplattform Hypoport macht mich schwach. Seit über drei Jahren bin ich dabei. Die Anspannung war kaum auszuhalten. Richtig heiß und kalt wurde mir  als die Aktie vor zwei Jahren die 70 Euro Marke durchbrach. Bäm! Der Kurs stieg weiter. Mit den neuen Anstiegen fühlte auch ich ein gewisses High sein. Meine innere Stimme wurde plötzlich richtig laut: „Aufhören! Du musst da schnell raus! Verkauf das Ding! Alles komplett intransparent und f** überbewertet!“, mahnte sie. Und ich? Konnte nicht aufhören. Die Grenze war bereits überschritten. Die Mischung aus Nervosität, Nervenkitzel, einer gewaltigen Neugier und dem Wunsch, durchzuhalten machte süchtig. Aufhören? Ging nicht. Die Angst vor langer Weile im Depot und auch im Alltag war ein Grund. Die Gier nach mehr Geld ein Weiterer. Doch irgendwann kam die Ernüchterung. Ich würde es heute Erlösung nennen. Familie. Zwei kleine Kinder. Und Zack! Der berauschende Nervenkitzel war plötzlich spurlos verschwunden. Und wieder nervte diese innere Stimme. „Neiiiin!“ Und ich? Mir waren 2.000 und mehr Prozent einfach egal. Endlich. Irgendwie war ich angekommen im Leben eines traditionellen Anlegers. Das ewige Gewinnenwollen wurde abgelöst durch den Wunsch, die Vorsicht im Depot walten zu lassen.

Foto ©Photogenika

OMG! I’m a Junkie

Meine Story möchte ich an dich als ausdrückliche WARNUNG weitergeben. Auch wenn du meine Geschichte an dieser Stelle belächelst. Die Bitcoin & Altcoin-Szene ist nur ein krasses Beispiel. Dessen Hype entstand vor allem, weil viele Opfer ihrer grenzenlosen Gier geworden sind. Die Folge? Es wird wie wild drauf los gezockt. Viele können einfach nicht mehr aufhören. Aus purer Neugier wird bitterer Ernst. Sowas geht rasend schnell. Von Strategie keine Spur. Der Reiz ist das Ziel. Die Dosis muss täglich erhöht werden um das Risiko spüren zu können. Man weiß, es ist krank. Und es ist völlig egal. Im United Kingdom eröffnen bereits erste Suchtkliniken für Krypto-Junkies. Damit du niemals Gefahr läufst, börsensüchtig zu werden, gibt’s hier ein paar Tipps von einer anonymen Aktienholikerin.

 

Kat€ über Gier und wie du sie besiegst

1 Gier frisst Hirn

Wer das Risiko kennenlernt, verliebt sich schnell in das Gefühl. Es fühlt sich an, als wäre man unbesiegbar. Ich selbst konnte nicht einmal mehr Wochenenden genießen, weil man dann nicht handeln konnte. Urlaube? No way! Man wäre gezwungen gewesen, auf Tour zu gehen. Offline sein? Ein Unding für einen Börsensüchtigen. Nachts schlafen? Geht nicht mehr. Die Gedanken kreisen. Man fiebert zu sehr dem nächsten geilen Trade entgegen. Ich war wirklich ein Opfer. Irgendwann kam das böse Erwachen. Ich war im Urlaub. Es war mir peinlich. Die Sucht konnte ich nicht mehr verbergen. Ausflüge? Waren nicht drin. Der Rechner fesselte mich. Meine Einsätze pro Tag? Sag ich dir besser nicht. Ich hatte die Kontrolle verloren.

2 Reden!

Welcher Mensch gibt schon freiwillig zu, dass er ein Problem hat? Über Geld redet man eh nicht. Und über Börsensucht? Da denkt man höchstens an Uli Hoeneß. Wie man über ihn in der Presse schrieb, war nicht wirklich verständnisvoll. Es ist hart, wenn Menschen über andere urteilen, die diese Sucht niemals erlebt haben. Mein Tipp an dich: Mit einem Trading-Partner wird es einfacher deine Strategie durchzuziehen. Sobald du dich wesentlich veränderst, kann dich dein Börsen-Buddy coachen. Es ist wichtig, sich gegenseitig positiv zu beeinflussen. Die Erfahrungen, die ihr gemeinsam an der Börse macht, schafft für euch ein außergewöhnliches Abenteuer. Klar. Geld ist nicht alles. Aber es fühlt sich gut an. Zusammen intensiviert sich das tägliche Auf und Ab-Erlebnis und hilft euch langfristig dran zu bleiben.

Text: Kat€ Stand 08/2018

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Deep Confessions by Kat€! So fühlst du dich beim ersten Mal…

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